Nuki Keypad 2 NFC: Tür öffnen per iPhone & Apple Watch

Nuki Keypad 2 NFC – Tap to Unlock via Apple home key

Die Schlüssel verlegt man gern. Das Handy habe ich dagegen fast immer dabei. Genau da setzt Nuki an: Das Nuki Keypad 2 NFC öffnet die Haustür, wenn du iPhone, Apple Watch oder Samsung-Smartphone kurz davorhältst. Das funktioniert so, wie du an der Supermarktkasse bezahlst.

Klingt nach einer kleinen Neuerung. Ist es aber nicht.

Was das Keypad 2 NFC anders macht

Bisher waren Keypads an Smart Locks Zahlenfelder, später kam ein Fingerabdrucksensor dazu. Das reicht im Alltag, hat aber Schwächen. Codes werden weitererzählt, und mit nassen Händen oder Handschuhen streikt der Fingerabdrucksensor gern.

Das neue Keypad hat einen NFC-Leser, und Nuki nennt die Funktion „Tap to Unlock“. Laut Nuki ist es weltweit das erste Keypad für private Türschlösser mit Aliro-Zertifizierung.

Diese Zertifizierung ist der eigentliche Punkt. Das NFC allein wäre nichts Besonderes.

Aliro in zwei Minuten erklärt

Aliro ist ein Zutrittsstandard der Connectivity Standards Alliance, also der Organisation, die auch Matter verantwortet. Die Spezifikation 1.0 ist Ende Februar 2026 erschienen.

Das Prinzip kennst du von Matter. Früher hat jeder Hersteller sein eigenes Süppchen gekocht, und wer ein Gerät von Apple mit einem von Samsung kombinieren wollte, brauchte drei Apps und Geduld. Aliro soll das für Türschlösser ändern: Ein Standard, damit Smartphones und Watches verschiedener Hersteller Schlösser auf dieselbe Weise öffnen.

Jürgen Pansy, Mitgründer und Chief Innovation Officer bei Nuki, erklärt in der Pressemitteilung, dass neue Funktionen allen Nutzerinnen und Nutzern offenstehen sollen, egal welchen Hersteller sie nutzen. Das finde ich die richtige Haltung. Ein Schloss hält locker zehn Jahre, ein Handy vielleicht drei. Wer sich beim Schloss an ein einziges Ökosystem bindet, wird das früher oder später bereuen.

Vier Wege ins Haus und was du dafür brauchst

Hier wird es praktisch, und hier stolpern die meisten. Je nach Methode brauchst du nämlich unterschiedliche Hardware.

→ Apple Home Key oder Samsung Digital Home Key. Das ist die bequemste Variante. Dafür brauchst du ein Matter-fähiges Nuki Smart Lock, einen Matter-Hub des jeweiligen Anbieters und ein kompatibles Gerät. Bei Apple heißt das: iPhone XS oder neuer mit iOS 18.6 oder höher, oder eine Apple Watch ab Series 4 mit watchOS 11.6 oder höher.

→ Tap to Unlock im Nuki-App-Modus. Kein Matter, kein Hub. Du brauchst ein Smart Lock der 4. oder 5. Generation und ein Smartphone mit NFC. Damit kommen auch Android-Nutzer ohne Samsung-Gerät zum Zug.

→ Fingerabdruck. Funktioniert wie beim Vorgänger.

→ Zahlencode. Der Klassiker für Handwerker, die Putzhilfe oder die Nachbarin, die die Katze füttert.

Mein Tipp: Wenn du keinen HomePod, kein Apple TV und keinen anderen Hub zu Hause hast, kauf dir nicht extra einen für den Home Key. Der App-Modus erledigt fast dasselbe. Den Hub solltest du dir erst holen, wenn du ihn ohnehin für dein Smart Home willst.

Die Zahlen, die im Alltag zählen

Pressemitteilungen sind voller Superlative. Die Zahlen sind aber nützlicher:

  • 20 Fingerabdrücke. Reicht auch für eine große Familie, wenn jede Person zwei Finger hinterlegt.
  • 35 Tap-to-Unlock-Schlüssel.
  • 200 Zutrittscodes. Für Airbnb-Gastgeber oder kleine Büros relevant, für normale Haushalte mehr als genug.
  • IP54. Schützt gegen Staub und Spritzwasser. Für einen Eingang unter einem Vordach passt das. An einer Tür, die voll im Schlagregen steht, würde ich trotzdem über eine Abdeckung nachdenken.
  • Mindestens 12 Monate Akku. Möglich ist das, weil Keypad und Schloss nicht ständig verbunden sind.
  • Montage ohne Kabel, geklebt oder geschraubt. Gut für Mietwohnungen.

Hergestellt wird das Keypad laut Nuki in Europa. Das finde ich gut.

Sicherheit: Wo die Schlüssel liegen

Die wichtigste Frage bei jedem Smart Lock ist nicht der Komfort, sondern wer im Zweifel Zugriff hat.

Nuki setzt auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die das Unternehmen mit der von Bezahlsystemen vergleicht. Die Zutrittsdaten bleiben lokal gespeichert, die Cloud ist optional. Wer keine Daten bei Nuki auf dem Server haben will, muss also nicht.

Das ist für mich ein echtes Kaufargument. Ein Schloss, das nicht mehr aufgeht, wenn das Internet weg ist oder ein Server ausfällt, ist ein schlechtes Schloss.

Martin Pansy, Mitgründer und CEO, sagt in der Mitteilung sinngemäß, Nuki wolle die Vorteile von Tap to Pay an die Haustür bringen. Der Vergleich passt, auch beim Thema Sicherheit. Beim Bezahlen per Handy vertraut man schließlich auch darauf, dass niemand die Karte kopiert.

Lohnt sich das Upgrade?

179 Euro (UVP) sind für ein Keypad kein Kleingeld. Eine ehrliche Einschätzung, je nachdem, wo du gerade stehst:

  1. Du hast noch kein Keypad: Dann würde ich direkt das NFC-Modell nehmen. Der Aufpreis gegenüber einem reinen Code-Keypad lohnt sich, sobald du einmal mit vollen Einkaufstüten vor der Tür stehst.
  2. Du hast das Keypad 2 mit Fingerabdruck: Da ist der Sprung kleiner. Interessant wird es, wenn mehrere Leute im Haushalt mit dem Fingerabdruck Probleme haben oder du die Apple Watch ohnehin dauerhaft trägst. Schau dir vorher das Upgrade-Programm für Bestandskunden an.
  3. Dein Smart Lock ist älter als Generation 4: Dann ist das Keypad nicht das Problem. Tap to Unlock braucht mindestens Gen. 4, du müsstest also zuerst das Schloss tauschen.
  4. Du lebst komplett im Apple-Kosmos mit Home-Hub: Hier lohnt es sich am meisten. Der Home Key in der Wallet ist genau die Bequemlichkeit, die man von einem Smart Lock eigentlich erwartet.

Was du jetzt tun solltest

Prüf zuerst, welche Generation dein Nuki Smart Lock hat und ob es Matter kann. Das steht in der Nuki-App unter den Geräteinformationen. Wenn du Gen. 4 oder 5 hast, kannst du das Keypad sofort nutzen. Ob du den Home Key per Hub willst, entscheidest du später.

Aliro steht noch am Anfang. Ich gehe aber davon aus, dass wir in zwei Jahren keinen Hausschlüssel mehr suchen, sondern höchstens noch das Handy. Nuki ist hier früh dran, und wer jetzt ein neues Keypad kauft, kauft eins, das zum kommenden Standard passt.

Du hast schon ein Nuki-Setup oder planst eins? Schreib in die Kommentare, mit welcher Kombination aus Schloss, Hub und Keypad du arbeitest.

Bildnachweiß
– Titelbild: Nuki Home Solutions GmbH

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